Fledermausschutz: Obacht beim Geocachen

Fledermausschutz: Obacht beim Geocachen

Hast du gewusst, dass so gut wie alle heimischen Fledermausarten zu den bedrohten Tierarten gehören? Umso wichtiger ist es, dass wir Menschen die Fledermausschutzzeit achten und den Tieren ihren ungestörten Winterschlaf gönnen. Was sich genau dahinter verbirgt und wann dieser Zeitraum beginnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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Wann ist die Fledermausschutz-Zeit?

Die Fledermausschutzzeit beginnt offiziell am 01. Oktober und endet am 31. März. Grundlage für dieses Verbot stellt das Bundesnaturschutzgesetz dar, welches in §39, Absatz 6 regelt, wann Höhlen nicht betreten werden dürfen. Wortwörtlich heißt es:

Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche.

Bundesnaturschutzgesetz §39, Abs. 6

Warum gibt es die Fledermausschutz-Zeit?

Fledermäuse gehören zu den bedrohten Tierarten.

Die Fledermausschutzzeit wird auch Winter- oder Höhlenschutzzeit genannt, da sie sich grundsätzlich auf Höhlen bezieht, in denen diverse Tierarten überwintern, wenn die Temperaturen in Freien zu stark sinken. Fledermäuse sind dabei die wohl bekanntesten Tiere und werden deshalb oftmals herausgestellt.

Da Fledermäuse im Winter kaum noch Nahrung draußen finden, ziehen sie sich in die vergleichsweis wohltemperierten Höhlen zurück, um dort die kalten Monat zu überstehen. Ihr Überlebensinstinkt ermöglicht es den Fledermäusen, ihren Stoffwechsel auf ein Minimum zu reduzieren.

Fledermausschutzzeit in Höhlen
Höhlen stellen einen sicheren Lebensraum für die Tiere im Winter dar.

Das machen sie, damit sie ihre Energie sparen können, die sie unter den harten Umständen dringend brauchen. Herzschlag und Atem verlangsamen sich somit extrem und laut der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e.V. konnten sogar teilweise Gewichtsverluste von Fledermäusen über den Winter festgestellt werden, die bei mehr als 50% lagen.

Weckt oder stört man die Tiere in der Winterphase in ihren Höhlen, so kann das verheerende Folgen haben. Durch ein Aufwecken der Tiere können sich diese erschrecken, was dazu führt, dass sie Energie aufwenden müssen, die sie aktuell gar nicht besitzen.

Auch das Betreten einer Höhle und einhergehende Veränderung des Höhlenklimas, wenn z.B. ein Lagerfeuer gemacht wird, können dafür sorgen, dass die Fledermäuse im Frühjahr nicht mehr genug Energiereserven haben, um wieder zu Kräften zu kommen.

Was bedeutet Fledermausschutz-Zeit für mich als Geocacher/in?

Zwei Personen lösen nachts einen Geocache
Achtung: Vermeide Fledermausschutzgebiete zum Cachen von Oktober bis März.

Achte bitte darauf in der angegebenen Zeit Höhlen zu meiden und den Tieren ihre Ruhe zu lassen. Manche Geocaches sind zwar in Höhlen versteckt, doch sollten die Owner diese dann nicht selbst für den Zeitraum deaktivieren oder ein Verbot aussprechen, so liegt es in deiner Verantwortung diese Caches zu meiden.

Neben Höhlen gibt es auch andere geschützte Räume in der Natur oder auch Lost Places, die von Fledermäusen und Co. zum Schutz aufgesucht werden. In den meisten Fällen findet sich an diesen Stellen dann eine örtliche Beschilderung mit dem Hinweis der Fledermausschutzzeit. Findest du so eine, betrete diesen Ort bitte nicht.

Übrigens: Für alle Lost Place Fan gibt es auch in diesem Jahr wieder unseren Kalender für das Jahr 2022 mit Bildern von Lost Places aus der Community. Mehr Infos zum Einreichen der Bilder erfährst du hier.

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