Lost Place Cache “Der Manager”

Lost Place Cache “Der Manager”

Die Lebenszeit eines jeden herausragenden Lost Place Caches findet irgendwann ganz unweigerlich sein Ende in der Archivierung. Ob wenige Monate oder mehrere Jahre: ein jeder hat in seiner Lebensspanne lustige Geschichten erlebt, meist zahllosen Cachern erhebliche emotionale Extreme – von Kopfzerbrechen bis Lachkrampf – beschert und für unzählige Fotos gesorgt. Geocaching Magazin-Autor Frank Dornberger erklärt, was den „Manager“ der Wampenschleifer darüber hinaus zu einem ganz speziellen Lost Place gemacht hat.

Lost Place Cache Der Manager, Owner Die Wampenschleifer
Zu seiner Zeit war das Kraftfuttermischwerk technisch auf dem neuesten
Stand der DDR-Technik.
 

Willem, mien Jung, ick sech di, de groten Türme un Heuser de du hieer vor dich sehn tust, sin wohl de berüühmteste un modernste Onlage zur Mischfudder- Offbereitung in unsre Republiek, du! Un wisst, ick tu dat Olles leiten hier! Genau mien lütten Schieterick bün der Manager! Un wenn mol dien Vadder schlappi mocht, dann wierst du dat Olles leiten hier!“.

So höre ich ihn noch, meinen Vater, den breitschultrigen und selbstbewussten Werksleiter, bevor wir das Gelände betraten und er mir voller Stolz die Anlage in allen Einzelheiten erklärte! Und er sollte Recht behalten, denn seit 3 Wochen führe ich inzwischen die Geschäfte. Ach was rede ich da, ich versuche irgendwie diesen heruntergewirtschafteten Laden am Laufen zu halten und kann kaum noch die Löhne der letzten verbliebenen Angestellten bezahlen.

Klar, gebaut wurde hier immer. Ich dachte, es wären Modernisierungen, das Vorzeigewerk auf den neusten Standard bringen und so. Doch eigentlich ist in den letzten 20 Jahren unter der Fuchtel meines alten Herrn alles den Bach runter gegangen. Hier ist Nichts aber auch Garnichts mehr auf tragbarem Niveau?! Kaum ist eine Sache repariert, fallen zwei neue Baustellen an! Mann, wie blind muss ich gewesen sein, dass mir der ganze Zerfall nicht früher ins Auge sprang, dann hätte ich vielleicht noch das Ruder rumreißen können?!

Aber jetzt – wo soll ich anfangen und vor allem mit welchem Geld? Wenn nicht ein Wunder passiert, droht uns im nächsten Monat die Schließung! Ja meine Kollegen, die haben gut reden: „Wilhelm, du machst das schon! Nur Mut, deinem Alten ist auch immer was eingefallen!“. Klar, und zuletzt viel ihm ein, die ganze Verantwortung auf seinen Sohn abzuschieben und mit den Ersparnissen der Familie ein Sommerhaus auf den Kanarischen Inseln zu beziehen. Weit genug weg um von dem Fiasko hier nichts mitbekommen zu müssen! Na danke auch, Vadder!“

LP-Rezept: Ausgefeilte Story mit kniffligen Verstecken

Mit dieser Vorgeschichte im Kopf betraten rein rechnerisch mehr als zwei Geocacher täglich das Büro des VEB Kraftfuttermischwerk Fürstenberg/ Havel. Ab Mitte 2011 begleitete man den zu bemitleidenden Jung-Manager Willem bei einer TÜV-Prüfung in dem Werk, das sich so idyllisch an der Verbindungsstelle zwischen Baalensee und Röblinsee an die Havel schmiegt.

Von der traumhaften Lage völlig unbeeindruckt zeigte sich der Prüfer mit dem passenden Namen: „Neutralität/ Unabhängigkeit/ Integrität – unsere Leitlinien – gestatten, Ätzmeier, Ernst Siegfried Ätzmeier! Na nu gucken sie nicht so erschreckt, wir hatten doch telefoniert: TÜV NORD – Werksprüfung! Sagen Sie mal, haben Sie geschlafen? Sie sehen ja aus, als ob Ihr Kopf in der Getreidemühle gesteckt hätte! Gerade 3 Wochen im Geschäft und schon ne „15“ außerhalb der regulären Pausenzeiten einschieben. Das fängt ja gut an! Laut meinem Chef ist die letzte Kontrolle bereits 3 Jahre her und wies erhebliche Mängel in fast allen Bereichen des Betriebes auf!

Zeichung Schreibtisch mit Computer und Ordner
Von der ersten Listing-Beschreibung bis zum Bonus: Beim Manager findet man eine kreative und doch schlüssig erzählte Geschichte.

Wie ich hier lese, wurden die größten Mängel im Bereich der Buchhaltung, der sanitären Anlagen, bei den allg. Rettungs- und Fluchtwegen, dem Aufzug und den Sicherungs- und Alarmanlagen festgestellt! Nun ja, genug Zeit, um die Schäden zu beheben hatten Sie ja, oder? Deshalb bin ich heute hier! Ich werde das Werk gründlich unter die Lupe nehmen – von der Verwaltung bis zum letzten Winkel der Kornspeicher!

Ich denke, auch Sie sind an einem reibungslosen und zügigen Ablauf interessiert. Sie werden mich begleiten, denn Sie sollen sich ja bestens auskennen. Schließlich hat schon Ihr Herr Vater dieses Werk als Manager geleitet! Hoffen wir mal, seine Fußstapfen sind nicht eine Nummer zu groß für Sie, was? HA-HA-HA. “Vermutlich nur den wenigsten LP-Cachern war auf dem Weg vom Büro ins Archiv durch den langgezogenen Flachbau klar, welch enorme Bedeutung der volkseigene Betrieb (VEB) vor der Wende für Fürstenberg an der Havel hatte.

Neben den eigentlichen Arbeitsbereichen gehörten eine Sanitärstation und auch eine große Kantine zum Unternehmen. Der direkte Bahn- und Wasserzugang bildete ideale Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb. Das Kraftfuttermischwerk war einer der bedeutendsten Arbeitgeber in der Region. Die zahllosen Cacher kämpften sich derweil bis in den Duschraum vor, der rein optisch nicht dem DDR-Standard entsprach. „Hmm, selbst der „Makrofunghi 3000“ findet hier Nichts, wirklich ein Schmuckstück dieser Sanitärbereich – naja, sofern man auf Darkroom steht.

Die gut erhaltene Schaltzentrale war für viele LP-Cacher ganz sicher der Hingucker schlechthin. Der UV- Hinweis in der Mittelkonsole …

Ha-Ha-Ha. Aber diese eine Dusche ist eindeutig defekt – wirklich sehr schade! Gerade wollte ich ihnen hier die volle Punktzahl eintragen, aber so…? Ach was, sie haben sogar einen werkseigenen Klempner? Na dann gehen wir doch gleichmal zu dem guten Mann, damit er seine längst überfällige Arbeit hier schnellstens erledigt.

Ich schätze mal sein Büro befindet sich im Haupthaus gegenüber im Erdgeschoss? Wär ja sonst schade um ihre „Black Pearl“ hier. Ha-Ha-Ha. Wieso schwitzen sie eigentlich so?“

Futtermittelwerk trifft See-Idylle

Wo man heutzutage einen mondänen Jachthafen erwarten würde, trotzten unbeeindruckt große Betonklötze der Zeit. Dann nahmen sich die Wampenschleifer des Geländes an. „Für uns war die Kombination aus Story und Location das Besondere an dem LP“, erklärt Mikosch stellvertretend für die Owner-Gruppe. „Da war es auch lange kein Thema, dass wir etliche Stationen regelmäßig überarbeiten mussten.“ Und die waren zum Teil sehr knifflig versteckt. Ein routiniertes vierköpfiges LP-Cacher-Team konnte sich auf dem Weg vom Klempner zur Schaltzentrale einige Zeit mit der Suche aufhalten. Und oft waren die simpelsten Verstecke auch die schwierigsten.

So versteckte sich der folgende Hinweis an einer „echten“ Dose, die einfach im Regal stand. „Nein, also wirklich nein, das glaube ich jetzt nicht – wie sieht es denn hier aus? Ohne mit der Wimper zu zucken, führen sie mich in diesen feuchten Moloch? Sehen sie mal hier, die Wartungsprotokolle ihres Klempners sind 2 Jahre alt – und überhaupt, wo ist dieser Mensch eigentlich? Kontrollieren sie etwa ihre Mitarbeiter nicht? Sie transpirieren ja inzwischen wie ein Schwindsüchtiger, es tropft ja schon auf meine Schulter – Igitt! Ach das sind sie gar nicht? Tropft es hier etwa durch, na ich hoffe für sie das ist nur Schwitzwasser! Kommt das aus dem Technikraum über uns? Ich fasse es einfach nicht, sowas ist mir ja noch nie untergekommen!“

Die UV-Lampe kam im mittleren Pult des Schaltraums zum Einsatz. Hier äußerte sich Herr Ätzmeier dann wie folgt: „Was sagen Sie, das soll hier die Schaltzentrale sein? Geben sie mir einen Knüppel in die Hand und ich fühle mich hier in die Steinzeit versetzt! Wenn diese Technik hier noch TÜV hat, dann fresse ich einen Stapel TÜV Plaketten!“ Gern bedienten sich die Wampenschleifer auch der vor Ort befindlichen Hilfsmittel.

Die Brandschutzakte im Schlauchschrank war sicherlich der passende Platz für diesen Hinweis: „Ich hätte schwören können, dass die Schläuche, nachdem was Sie mir bisher angeboten haben, nicht mehr der TÜVNORM DIN 08-15 entsprechen, doch laut der Plaketten scheint es ja doch der Fall zu sein. Besonders dicht sehen sie trotzdem nicht aus, aber mehr als einen Hinweis auf den Wechsel gegen neuwertiges Material werde ich hier nicht notieren. So jetzt wird es aber Zeit das Bürohaupthaus aufzusuchen, ich habe inzwischen das Gefühl sie wollten mich bewusst von den Havariestellen fernhalten, mit ihren Entschuldigungen und Begründungen.“

Feuer und Zerstörungen brachten das Ende

Auch wenn der „Manager“ nicht mehr weit von den 2000 Favoritenpunkten entfernt war, zeigte sich, dass nicht alle Besucher des Geländes so begeistert von dem Cache waren.

… sorgte dann für reichlich Lacher und machte deutlich, dass hier eine Vielfalt an Hinweis- und Versteckmöglichkeiten aufgeboten wurde.

Oder vielleicht störte auch der Umstand, dass überhaupt jemand dort unterwegs war. „Es ist schon sehr mysteriös, dass die Finals zweimal abbrannten. Jedes Mal versuchten wir wenigstens die Logbücher zu retten, aber da war nichts zu machen. Die kompletten Räume waren weggebrannt. Ganz zum Schluss verlegten wir das Finale in einen Keller am Wasser.

Wieder war das mit einigem Aufwand verbunden, wie man sich vorstellen kann“, beschreibt Mikosch die Entwicklung. „Sagen sie mal, haben sie einen Absatzmarkt für Rost gefunden? Sie scheinen den hier ja regelrecht zu züchten. Nehmen sie meine Anweisungen denn überhaupt nicht ernst? Ich hatte diesen Zustand doch schon vor 3 Jahren bemängelt!

Für die Wampenschleifer als Owner war der „Manager“ deshalb ein besonderer LP, weil hier einfach alles zusammenpasste: Faszinierende, abwechslungsreiche Gebäude plus wunderschöne Landschaft.

Ist Ihnen bewusst, was passiert wenn diese Rohre brechen und einer ihrer Mitarbeiter, von denen ich auch mal gern einen zu Gesicht bekommen hätte, an lebendigem Leib gegart wird? Hier kommen sie um eine Geldbuße nicht drum herum, diese Schäden müssen schnellstens beseitigt werden! Ja, ja jetzt haben sie allen Grund die Mundwinkel hängen zu lassen. Seien sie froh, dass ich so ein umgänglicher und verständnisvoller Mensch bin, sonst wäre das Werk binnen 2 Stunden geschlossen!“ Im Verlauf der Cache-Geschichte zeigte sich der TÜV-Prüfer Herr Ätzmeier nicht nur von seiner unangenehmen Seite.

Er holte vielmehr noch seine ChauvinistenKeule heraus, was bei allen Cachern für Erheiterung sorgte. So manches weibliche Teammitglied füllte sich vielleicht so erst richtig angestachelt, dem Ekelpaket auf die Schliche zu kommen. Immerhin war man ja erst bei Station 8. Also gerade einmal Halbzeit.

„Aaaah, so eine sympathische und attraktive junge Dame, und so korrekt! Das gefällt mir! Gestatten Ätzmeier, Ernst Siegfried Ätzmeier, Beauftragter des TÜV NORD! Vielen Dank für die Vorlage der Arbeitsschutzunterlagen. Perfekte Buchführung! Sehen sie, Herr Manager, so einfach ist es seine Hausaufgaben vernünftig zu erledigen! Sagen sie Frau Engel, haben sie nach Feierabend schon etwas vor? Nicht, aha, sehr gut. Dann hole ich sie gern am Werkstor ab und führe sie in das beste Restaurant der Stadt, ins „Haus des Fürsten Berg“.

Tja, und danach können sie mir gerne noch die Stadt zeigen und eine Übernachtung suche ich auch noch. Dazu fällt ihnen doch gewiss etwas ein, nicht wahr Engelchen?! HA- HA-HA. Kaum war die Schleimattacke überstanden, ging es in dem beeindruckenden Lagerhaus weiter. Von außen Beton, von innen fast ausschließlich aus Holz. Hier wurden die Fotografen glücklich. Die perfekte Melange aus maroder Schönheit wurde hier durch die zerbrochenen Fensterscheiben hindurch ins rechte Licht gesetzt. „Laut meiner Liste ist jetzt das Lagerhaus dran – der riesige Nachbarbau da drüben am Wasser war doch von innen komplett aus Holz?! Na dann interessiere ich mich vor allem für das Fortschreiten des Wurmfraßes im Treppenhaus!“

Bei genauerem Hinsehen offenbarte sich allerdings, dass Herr Ätzmeier nicht so falsch lag. Zwischen den Stahlträgern war wirklich nicht mehr viel von der Holzkonstruktion übrig. Mit etwas Überwindung fand man den Hinweis am obersten Stahlträger einer Treppenkonstruktion.

Augen auf und los: Einmal ganz nach oben bitte, lautete die Mission
in diesem Gebäudeüberrest.

„Das habe ich mir schon gedacht, hier sah es ja letztens schon schlimm aus, doch jetzt fehlen ja ganze Stufen bzw. ist hier die gesamte Substanz zernagt. Tja mein Lieber, hier kommen sie um den Statiker wohl nicht herum. Und ob der sie hier noch Reparaturen ausführen lässt oder gleich schließt, halte ich für äußerst fraglich…“

Vom Keller zu luftigen Höhen

War die Mutprobe überstanden, genehmigten die Wampenschleifer auch mal eine Station, die als Standard zu bezeichnen wäre. Das Schiebefenster der Durchreiche in der Küche gehört sicherlich zu den ersten Verstecken, die man prüft, wenn die ‚Futterschmiede’ eines Lost Place betreten wird. Und so wurde man auch hier fündig: „Ääärrx, hätte ich bloß nach dem Essen die Küche überprüft! Der Appetit ist mir mehr als vergangen!

Wie bitte, sie finden es hier nicht dreckig? Ich würde in jedem Fall auf eine Einladung zu Ihnen nach Hause verzichten! Das Gesundheitsamt macht den Laden garantiert dicht, das ist Ihnen doch klar, oder? Zum Glück ist das nicht Sache des TÜV und damit auch nicht meine Sache! Zumindest habe ich jetzt eine neue Kantinengeschichte zu erzählen, in der nicht einmal die Kakerlaken überleben konnten!

Nun weiter an die Arbeit, einige technische Geräte und Akten müssten auch im medizinischen Bereich zu finden sein?! Der ist doch auch in diesem Haus, oder?“ Raus aus der Küche, rein in die Sanitätsstation. Wenn so eine Einrichtung schon vorhanden ist, muss sie auch gezeigt werden. Hier dämmerte den meisten Cachern, welche Dimension die Fabrik zu seinen besten Zeiten aufwies.

„Wie zu erwarten war, eine hinlänglich verkommene SaniStation und natürlich kein angestellter Mediziner zu sehen – wahrscheinlich verdient sich hier ihre überaus faule Putzfrau, wenn es überhaupt eine gibt, beim Behandeln der Betriebsunfälle noch ein paar Groschen dazu? Sie wissen schon, dass ein Betrieb dieser Größe mindestens eine ausgebildete Krankenschwester bzw. einen Betriebsarzt beschäftigen muss. Aber auch das ist Sache des Gesundheitsamtes – ich werde natürlich Meldung machen müssen!“

Gewissensfrage bei diesem Übergang: Lebensmüde oder mutig?

Von Muggelalarm keine Spur

Bei 2589 Fund-Meldungen in vier Jahren war zu erwarten, dass der eine oder andere AnwohnerMuggel von dem Treiben auf dem Gelände Kenntnis erhielt. Wie weitreichend das war, erschloss sich auch den Wampenschleifern erst nach und nach: „Uns wurde erst bei einem Treffen mit dem ‚echten’ Hausmeister klar, dass halb Fürstenberg von dem Cache auf dem Gelände wusste. Warum ich einen leeren Kasten Bier über das Gelände schleppte, wunderte ihn dann aber trotzdem.“

„Na ja, wir zwei werden schon Freunde werden, ihr Herr Vater wusste ja auch immer was mir und ihm gut tut – nicht wahr?! Nun schauen sie nicht so überrascht, sie kennen doch sicher sein Büro für spezielle Freunde? Da haben wir schon manches Mal auf einen guten Abschluss angestoßen! Wir können uns ja gleich dort treffen.

Ich genieße hier noch etwas die Draufsicht und sie können in der Zwischenzeit schon mal die fliederfarbenen Bilder von moderner europäischer Architektur auf den handlichen Scheinen stapeln! Ha-Ha-Ha. Da brauchen sie gar nicht so nach Luft schnappen, es geht hier nicht um Bestechung, sondern um ein reines Schmerzensgeld für die heute erlittene Pein!“

Nicht nur die Finalräume wurden über die Zeit hinweg immer wieder zerstört. In diesem Jahr nahm die bewusste Sabotage noch zu. „Wir vermuten, dass eine Diebesbande sich dort einquartiert hatte und immer wieder die ersten drei Stationen zerstörte.“

Damit war den Wampenschleifern klar, dass hier über kurz oder lang Schluss sein musste. „Mmmmmmhhhh, uhahaue haue haue, was war das denn für ein Alptraum, oder … Nein, zum Glück, kein arroganter Schnösel vom TÜV hinter mir zu sehen. Ätzmeier, was für ein Name, der war bei dem Programm, ich habe ja jetzt noch seine nervige Fistelstimme im Ohr und mein Magen fährt Achterbahn!

Spätestens an der „Erdbeerkonfitüre“ zuckte jeder Lost Place Cacher seine Digitalkamera.

Gott sei Dank war alles nur ein Traum, doch irgendwann in den nächsten Wochen steht ja wirklich der TÜV vor der Tür und um einen Bestechungsraum für spezielle Freunde wüsste ich – außerdem bräuchte ich zum Bestechen ja auch Geld?! Nee, nee irgendwie ist Vadder immer anders mit den Typen fertig geworden! Wie war denn das?

Ach ja: „ Willem“ hat er gesagt, “Willem mien Jung, de Dösbaddel von TÜV, de möken dir keene Sorgen nich machen. Da häv ich mol nen Priwotdedektiv angeheuert, die ullen Swienehunde hemm doch olle Dregg an Steggen, aver ordentlich! Doa häv ich mi ne schöine digge Okte angeleecht, mit so Foddos von Schwienkram, so privoter Natur, erster Kajüte! Do kricht jeder sien Fedd wech!“

„Merk dir, mien Schiedder, die Kiste hier, is dos Wichtigste üverhaupt, will saachen, de Levensversicherung vonse jansen Unnernehm hier! Un nur du, mien Söhn, tust nu wissen wose liecht: jenau zwe Böhden unner de Anten mud se heng!”

Auch der Bonus, die „Akte  Ä“, war somit der Archivierung geweiht. Hier galt es einen hängenden Aktenkoffer im Schacht der vorletzten Etage unter der Antenne im größten Gebäude zu finden. Das kostete noch einmal einiges an Überwindung. Aber dem Sammeln von Erfahrung und der Selbstüberwindung haben sich die Wampenschleifer schließlich verschrieben

Blabla
er Bonuscache „Akte Ä“ hatte es in sich. Hier musste ein Aktenkoffer aus einem Schacht befreit werden, Selbstüberwindungskurs inklusive.

„Quo Vadis, LP-Caching?“

Dass sie mittlerweile Opfer ihres eigenen Erfolges werden, ist mehr als bedauerlich. In einem Blogbeitrag stellten die Wampenschleifer die Frage, wo es hingeht mit dem LP-Cachen. Denn der Bekanntheitsgrad der Caches sorgt seit einiger Zeit dafür, dass große Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen und die LPs unbedingt alle absolvieren wollen – ohne Rücksicht auf Verluste. Das hat zu einer Archivierungswelle geführt, die hoffentlich bald abebbt. Es wird Zeit, dass besonders auch vermeintlich höchst erfahrene LP-Cacher sich noch einmal die Grundsätze des Besuchs von Lost Places vor Augen führen. Und sich dann auch daran halten!

Archivierungs-Log am 28. September 2015

„Willem hat wirklich alles gegeben, damit der Laden wieder läuft. Tag und Nacht hat er geschuftet. Selbst zahlreiche Rückschläge und Katastrophen haben Willem nicht entmutigen können. Drei Mal hat es gebrannt, drei Mal hat er alles wieder aufgebaut. Mit Erfindungsgabe und Gewitztheit hat er ein ums andere Mal den TÜV-Inspektor Ernst Siegfried Ätzmeier dazu gebracht, die Betriebserlaubnis zu verlängern. Aber nu is Schluss.

Die jahrelange Misswirtschaft des Seniors hat zu viele Spuren hinterlassen. Der Betrieb wird stillgelegt. Die Wampen trauern.“ Wie eigentlich immer finden die Wampenschleifer sehr passende Worte, selbst wenn es weh tut. Deshalb seien ihnen auch die letzten zu diesem herausragenden Lost Place gegönnt: „Hier ein Wort in eigener Sache. Dieser Cache ist für uns etwas Besonderes und wird es immer sein!

Zahlen sprechen Bände: 2577 Besucher, 1116 Fotos, 1850 Favoritenpunkte. Wir müssen wirklich keinem erklären, wie schwer uns diese Cachearchivierung trifft! Aber es geht nicht anders! Wir verneigen uns vor diesem Cache/ Location und Euren schönen Logs und Fotos!“

Hauptcache & Bonus:
Der Manager GC2PHWG
Die Akte Ä GC2YMJ5

Geocaching Magazin 01/2016

Stückpreis: 2,50 EUR
(inkl. 7,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten)
Themen u. a.: USA – cachen zwischen Seattle und Denver *** Auf Dosensuche am Chiemsee *** Wer ist Walther? *** Alles über Kletter-Seile *** GSAK Teil 3 *** Lost Place: Der Manager *** Geocachen in Rheinhessen Ausgabe Januar/Februar 2016, Erscheinungstermin 22. Dezember 2015 inkl. kostenlosem Versand innerhalb Deutschlands