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Ibex und Lux von Falk

Ibex cross und Lux von Falk

Dieses Frühjahr ist die Firma Falk in den Outdoor-GPS-Markt eingestiegen. Mit den Geräten der Ibex-Serie richtet sie sich in erster Linie an die Radfahrer. Seit Dezember gibt es nun auch den baugleichen Ibex cross und ab Januar 2012 den Lux, beide mit zusätzlicher Software für das papierlose Geocachen ausgestattet. Markus Gründel konnte vorab die beiden im Betastatus befindlichen Geräte testen.

Falk Ibex und Cross - Bild 1Mit den für Outdoor-GPS-Geräten unüblichen Maßen von 77 x 106 x 25 Millimetern, ist dem Ibex Cross die Verwandtschaft zu Kfz-Navis deutlich anzusehen und sicher nicht die erste Wahl für zierliche Hände von Kindern oder Frauen. Dafür bringt er lediglich 200 Gramm inklusive des austauschbaren Akkus auf die Waage. Dieser verbirgt sich unter einem großflächigen Deckel auf der Rückseite. Falk hat sich für den Typen NP-60 (3,7V 1100mAh) entschieden, der auch in Handys verbaut wird. Das Testgerät lief mit vollem Akku zwischen 6,5 (Hintergrundbeleuchtung 10 Prozent permanent an) und 8 Stunden (Hintergrundbeleuchtung aus).

Der Lux, der auf den ersten Blick, an die großen Magellans erinnert, misst 66 x 119 x 32 Millimeter und wird klassisch mit zwei Mignonzellen betrieben. Da sich das Powermanagement des Testgerätes noch in einem Alphastatus befindet, waren keine aussagekräftigen Werte für den Energieverbrauch zu ermitteln. Mit 232 Gramm (inklusive Akkus) ist es auf alle Fälle kein Lichtgewicht. Für eine optionale Handschlaufe ist beim Ibex oben ein Steg angebracht. Dabei handelt es sich um eine solide Konstruktion aus Metall, die nicht einfach aus dem Gehäuse brechen kann. Der Lux hat an der Unterseite einen ordentlichen Steg, für Schlaufen und Lanyards.

Falk Ibex und Cross - Bild 2Bei beiden sind an der Unterseite Standard-Mini-USB-Anschlüsse durch gut dichtende und manchmal etwas fummelig aufzuklappende Gummikappen verborgen.
Unter dem Akku bzw. den Batterien haben beide Geräte ein Steckplatz für eine optionale microSD-Karte, worüber sie mit zusätzlichem Kartenmaterial (Kompass, magicmaps) aufgerüstet werden können. Beim Ibex ist der Steckplatz mit einer zusätzlichen Gummikappe gesichert. Auch der Akku ist mit einer zweiten Gummilippe geschützt. Ibex und Lux sind laut Falk nach IPX7 wasserdicht. Das 3,5-Zoll-Display (54 x 71 Millimeter) des Ibex ist versenkt und kann dadurch auch mal auf selbigem abgelegt werden, ohne gleich zu verkratzen. Mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln und 262.144 Farben ist es deutlich grobpixeliger als bei vielen Mitbewerbern, hat aber den Vorteil, dass wesentlich seltener die Hintergrundbeleuchtung bemüht werden muss bzw. schon 10 Prozent bei ungünstigen Lichtverhältnissen ausreichen, was sich positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt.

Der Lux ist hingegen mit einem ebenfalls versenkten 3-Zoll-Display (40 x 66 mm), das eine Auflösung von 240 x 400 Pixeln bei 262.144 Farben hat, ausgestattet. Damit hat es die gleiche Abmessungen wie Garmins Oregon und Magellans eXploristen-Reihe ab 510. Der Picture Viewer ist nicht vorinstalliert und muss extra mit einem Softwarepaket für 9,95 Euro erworben werden. Insgesamt machen Ibex und Lux von Haptik und Verarbeitung einen soliden Eindruck und bringen mit ihrem schwarz-roten bzw. grau-schwarz-rotem Design nicht nur einen schönen Farbtupfer in den Outdoor-GPS-Mark.

Beide Geräte sind mit barometrischem Höhenmesser und elektronischem Kompass (Lux dreiachsig) ausgestattet. Abschalten lassen sich die Sensoren zum Stromsparen jedoch nicht. Betriebssystemseitig hat sich Falk für Windows CE entschieden, was den Ibex in 1 Minute 10 Sekunden hochfahren lässt. Das Windows CE wurde ordentlich modifiziert, so dass die Geräte etwas flinker als andere Geräte mit selbigem Betriebssystem unterwegs sind. Auch bietet es versierten Usern die Möglichkeit die Geräte über die Extra-Schnittstelle oder gar einen vorgeschalteten Boot-Manager mit weiteren Tools aufzurüsten!
Die Menüführung wurde entsprechend verschlankt und editiert, so dass man nicht gleich an Windows erinnert wird. Die verwendeten farbenfrohen Icons wirken in ihrer 3D-Optik ein wenig verspielt ermöglichen aber durch die klaren grafischen Aussagen nebst Text eine intuitive Bedienung und können sogar innerhalb der verschiedenen Menüs beliebig sortiert werden!

Falk Ibex und Cross - Bild 3Die Tasten an der linken Seite können mit individuellen Funktionen wie Position merken oder Track starten belegt werden.
Je nach Ibex-Variante ist Deutschland, Österreich oder die Schweiz als routingfähige Outdoor-Karte (NAVTEQ) vorinstalliert. In den möglichen Profilen Fußgänger und Radfahrer funktioniert das Routing entsprechend gut. Ein Luftlinien-Modus ist aus beiden Profilen ebenfalls ausführbar. Bei der Führung kann zwischen Sprachansage oder Piep-Tönen gewählt werden. Möchte man den Ibex cross als Kfz-Navi nutzen, so muss dieser Punkt speziell im Hauptmenü ausgewählt und danach das Gerät neu gestartet werden, was dem Kfz-Kartenmaterial (hier steht die Region D/A/CH gesammelt zur Verfügung) geschuldet ist. Für einige Länder und Regionen sind bereits Karten im Online-Shop von Falk erhältlich, weitere werden folgen. Alternativ können Ibex und Lux mit Rasterkarten von magicmaps (www.magicmaps.de) bestückt werden. Dies wird notwendig, wenn man mehr Informationen über das Gelände, wie kleine Pfade oder Gebäudeumrisse (wie bei Garmins Topo2010 und einigen OSM-Varianten, die es für Garmin, Magellan und Lowrance gibt) zur Verfügung haben möchte.

Die kartentechnische Ausstattung des Lux war zum Testzeitpunkt noch nicht abschließend geklärt, nur soweit, dass er keine Möglichkeit zur Nutzung als Kfz-Navi bekommen wird. Leider ist bisher noch keine Möglichkeit geschaffen worden auf kostenloses OSM-Karten-Material, wie bei den Mitbewerbern, zurückgreifen zu können. Allerdings gibt es die Möglichkeit die Footmap-Software Find&Route (www.footmaps.de), die auf OSM basiert, auf den Geräten zu installieren. Diese bringt eine nochmal deutlich schlankere Menüführung mit, ist allerdings nicht geocachingtauglich!

Eine Besonderheit der Falk-GPS ist neben den Reiseführern, die Routingfähigkeit mit Bus und Bahn, so ist der Rückweg vom Apres-Caching mittels Öffis immer gesichert. Beide Geräte zeichnen sich gegenüber ihren Vorgängern durch die Geocaching–Funktion aus. Highlight ist hier die Möglichkeit das Listing jedes einzelnen Caches editieren zu können, so dass Informationen, die an Multi-Stationen gesammelt wurden, direkt an die passende Stelle in die Cachebeschreibung eingefügt werden können! Die Cachetypen, -größen, Schwierigkeitsgrade und Logtypen werden in gewohnter Groundspeak-Symbolik dargestellt. Ist ein Cache als Ziel auserkoren, so können unter Optionen zusätzliche Wegpunkte (die nur in der Geocaching-Funktion verfügbar sind und das GC-Logo als Symbol bekommen) angelegt werden. Hier ist auch ein Tool für die Wegpunkt-Projektion untergebracht, mit dem sowohl vom aktuellen wie auch einem beliebigen anderen Punkt aus agiert werden kann. Die Suche nach Cache-Namen sowie das Filtern nach Typ, Größe, Schwierigkeitsgraden und Status ist ebenfalls integriert worden. Einziges Manko, dass nur Pocket Queries mit max. 500 Caches pro Datei geladen werden können, hiervon allerdings nahezu endlos bis der Speicherplatz des Ordners GPXImport erschöpft ist.

Ist mit dem GPS eine Route berechnet worden, so steht bei den Suchoptionen neben „um Standort“, „um Adresse“, „um Koordinaten“, bei Sonderzielen und „alle nicht gefundenen Caches“ nun auch „entlang Route“ zur Auswahl! Kein langwieriges Suchen und Filtern mehr von PQs bzw. Generieren von neuen Routen-PQs im Vorfelde am PC. Ist ein Geocache als gefunden markiert worden, so wird er in der Datei geocache_visits.txt eingetragen, die bei den Testgeräten etwas versteckt im Verzeichnis NavigatorGeocacheLogFile liegt. Das Hochladen über die Field-Note-Funktion bei www.geocaching.com funktioniert einwandfrei.
Sollten bei Menüpunkten Fragen aufkommen, bieten Ibex und Lux einen Fragezeichen-Button mit weiterführenden Informationen an, quasi eine Onlinehilfe, wie sie früher mal bei PDAs üblich war – vorbildlich! Eher aus dem Kfz-Navi-Bereich bekannt ist die Möglichkeit in den Einstellungen eins von drei unterschiedlichen Farbschemata für die Kartendarstellung wählen zu können.

Falk Screenshots

In der Kartenansicht verfügen beide Geräte über eine Statusleiste, die über die Qualität des empfangenen Satelliten-Signals, gewähltem (Rad- oder Fußgänger-) Modus, Nordrichtung, teilweise über den Batteriestand und ob die Track-Aufzeichnung aktiviert (roter Aufnahme-Button) ist oder pausiert (Pause-Button) informiert. Darunter befinden sich zwei Datenfelder, wo verschiedenen Informationen (wie bei den anderen Herstellern auch üblich) wie Abstieg gesamt, Aufstieg maximal, Geschwindigkeit, GPS-Genauigkeit, Luftdruck, Mondphase uvm. dargestellt werden können.
Am unteren Bildschirmrand befinden sich drei Tasten für das Hauptmenü, Höhenprofil und Schnellwahl. Letztere kann individuell mit bis zu vier Funktionen belegt werden, wie aktiver Geocache, um das Listing des aktuellen Caches aus der Navigation heraus aufrufen zu können. Ist die Karte verschoben, so erscheint unten eine vierte Taste (roten Pfeil) mit der die Karte wieder auf den aktuellen Standort zentriert werden kann. Beide Geräte werden mit Fahrradhalterung und einer 30-Tage-Premium-Membership von Groundspeak Inc. ausgeliefert.

Fazit

Mit einem Preis von 449 Euro für die Deutsche Version ist der Ibex cross zwar kein Schnäppchen, aber durch das Straßenkartenmaterial für D/A/CH und die Routingfähigkeit sowohl im Kfz- wie auch im Fahrrad- und Fußgängermodus eine Alternative für alle, die sich nicht mit mehreren GPS-Geräten für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete durch den Geocaching-Alltag bewegen wollen.
Mit dem Lux, der ab Januar für 379 Euro (Deutschland-Version) in den Handel kommen soll, hat nun auch Falk ein interessantes und geocachingtaugliches Outdoor-GPS auf den Markt gebracht.

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