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Falk Ibex 32

Das Ibex ist wohl das Erfolgsmodell im Outdoor-Portfolio von Falk. Gerade im Radsport-Bereich konnte das Gerät beachtliche Marktanteile erringen und genießt durchweg einen guten Ruf. Doch das Navi erschien bereits Anfang 2011 und vor allem die Hardware war inzwischen doch ein wenig in die Jahre gekommen, zumal es schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht gerade die neuste Technik verbaut hatte. Mit dem Ibex 32 möchte Falk die gute Position im Outdoor-Bereich weiter ausbauen.

Alles neu: Hard- & Software

Falk Ibex 32Beschränkten sich beim vor kurzem veröffentlichten Lux 32 die Änderungen ausschließlich auf die Software, so handelt es sich beim Ibex 32 um komplett neuentwickelte Hardware. Aber auch der neue Fahrradhalter und die zum Lux 32 identische Software sind positive Neuerungen.

Die Veränderungen werden bereits auf den ersten Blick deutlich. Das Gehäuse wirkt um einiges moderner und ansprechender. Das Gerät ist zwar etwas länger geworden, dafür aber etwas flacher. Insgesamt fühlt sich das Gerät deutlich handlicher an und kann durchaus auch sehr gut als Handgerät verwendet werden. Mit einem Gewicht von 196 Gramm ist es zudem sehr leicht, vor allem im Vergleich zu den klassischen Outdoor-Handgeräten.

Falk Ibex 32Das 3,5 Zoll große Touchscreen-Display verfügt auch beim Ibex 32 wieder über eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Zusätzlich gibt es noch zwei Hardwaretasten. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich der Ein/Aus-Schalter und links die „Menü”-Taste. Die Rückseite besteht aus dem Akkudeckel, welcher leicht zu öffnen ist. Dahinter verbirgt sich der mit einer Kapazität von 2.000 Milliampere deutlich stärkere Akku. Beim Vorgänger, dem Ibex 30, musste man noch mit einer Kapazität von 1.100 Milliampere auskommen. Gerade auf längeren Touren ging da schnell mal der Saft aus, was natürlich besonders ärgerlich ist, wenn keine Standard-Akkus verwendet werden können. Der neue Akku sollte nun auch ausgedehnte Touren ermöglichen.
Und tatsächlich hat er uns überzeugt. Im Praxistest waren Laufzeiten von rund acht bis neun Stunden (Trackaufzeichnung an, Navigation ohne Sprachausgabe, Displayhelligkeit niedrig, Beleuchtung nur sporadisch an) realistisch. Langstreckenradfahrer können das IBEX natürlich auch über einen Nabendynamo und entsprechender Ladeschaltung mit Strom versorgen. Alternativ hilft auch ein kleines portables USB-Akkupack bei längeren Ausflügen. Zusätzlich gibt es auch noch einen Energiesparmodus mit dem die Laufzeit noch einmal deutlich verlängert werden kann.
Unter dem Akku befindet sich dann noch der Steckplatz für microSD-Speicherkarten. So kann der vier Gigabyte große, interne Speicher leicht erweitert werden. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich der Lautsprecher, welcher für die Sprachausgabe und die Ausgabe von Signaltönen zuständig ist. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Lautstärke und Deutlichkeit erheblich verbessert worden.
Aber auch die „inneren” Werte des Ibex 32 haben eine deutliche Frischzellenkur erfahren. Hier nun ein starker 664 MHz Prozessor seine Arbeit. Auch der RAM-Speicher wurde erhöht, auch wenn sich eine genaue Angabe über die Größe dem offiziellen Datenblatt nicht entnehmen lässt. Und noch eine weitere kleine Änderung sollte erwähnt werden: Statt einer Mini-USB-Buchse wie beim Vorgänger wird das Ibex 32 nun über eine Micro-USB-Buchse geladen. Im GPS-Markt ist dies zwar noch ungewöhnlich, aber durchaus als Vorteil zu werten, denn so kann man zum Laden auch sein Smartphone-Ladekabel verwenden.

Falk Ibex 32Das Display des Ibex 32 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. Auch die Auflösung blieb gleich. Der Touchscreen reagiert erfreulicherweise sehr leichtgängig und präzise. Ein kleines Manko ist aber die Auflösung. Für ein mit 3,5 Zoll doch recht großes Display ist eine Displayauflösung von 240 x 320 Pixel etwas zu wenig.
Die Darstellung von Menüs und Karten wirkt so doch ein wenig verpixelt. Sicher ist aber auch, dass sich ein höher auflösendes Display negativ auf die Akkulaufzeit auswirken würde. Sehr gut gefällt auch die gute bis sehr gute Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung, was natürlich gerade beim Einsatz als Fahrrad-GPS nicht unwichtig ist.
Verbessert wurde im Übrigen auch die verwendete Sensortechnik. Funktionierte der Kompass des Vorgängermodells nur korrekt, wenn das Gerät waagerecht war, so ist das Gerät dank des neuen 3D-Kompasses, in jeder Position deutlich präziser. Zusätzlich ist auch ein barometrischer Höhenmesser vorhanden, welcher natürlich besonders bei der Auswertung des Höhenprofils einer zurückgelegten Strecke absolut nützlich ist.

Die Handhabung

Neuerungen gibt es auch bei der Software. Falk verwendet inzwischen für Ibex und Lux die gleiche Software. Somit ist das Ibex 32 natürlich auch voll tauglich für das papierlose Geocaching.
Der Start des Gerätes ist in weniger als einer Minute erfolgt. Lediglich nach dem Einspielen neuer GPX-Dateien, verlängert sich diese Zeit doch recht deutlich. Bei einem folgenden Gerätestart steht das IBEX dann aber in gewohnter Startzeit zur Verfügung. Im Alltagsgebrauch kann man sich das ständige Ein- und Aus-Schalten aber durchaus sparen, denn das Ibex verfügt genau wie das Lux über einen guten Standby-Modus in dem der Akkuverbrauch nahezu auf null sinkt. So steht das Gerät nach dem „Aufwecken” wieder in kürzester Zeit zur Verfügung.
Das Hauptmenü des Ibex 32 ist sehr klar und übersichtlich strukturiert. Dies erleichtert gerade Neueinsteigern das Zurechtfinden erheblich. Nützlich ist auch das komplett anpassbare Schnellzugriffs-Menü. Häufig benutzte und wichtige Funktionen wie z. B. das Geocaching-Menü oder das Starten der Track-Aufzeichnung lassen sich hier schnell auswählen, ohne sich erst durch das Hauptmenü klicken zu müssen.

Das Kartenmaterial

Vorbildlich ist die Kartenausstattung in jedem Fall. Für Deutschland ist wieder die bewährte und sehr detailreiche Premium Outdoor-Karte in einer neuen Version installiert. Die Karte bietet eine umfangreiche Abdeckung an Straßen sowie Wald-, Wander- und Radwegen. Darüber hinaus sind noch hunderttausende spezieller Aktivsportinhalte wie Berghütten oder Gipfelkreuze enthalten.
Mit dem Lux 22/32 hat Falk erstmals auch OSM-Karten auf den eigenen Geräten angeboten. Auch das Ibex 32 verfügt über die „Basiskarte Plus” genannten OSM-Karten. Die Karten wurden von Falk bearbeitet und angepasst und sind voll routingfähig. Datenbasis sind aktuelle OpenStreetMap- und OpenCycleMap-Karten. Angeboten werden diese Karten für 20 europäische Länder. Neben Deutschland deckt die Karte unter anderem Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Dänemark, Tschechien und
weitere Länder ab.

Geocaching mit dem Ibex 32

Falk Ibex 32Sicher, Geocacher sind nicht die Hauptzielgruppe des Gerätes. Durch die umfangreichen Geocaching-Funktionen ist es dafür aber dennoch hervorragend geeignet. Bei den Geocaching-Funktionen gibt es eigentlich (fast) keinen Grund zur Kritik. So werden alle relevanten Infos zum Cache inklusive vollständiger Beschreibung und Hints angezeigt. Außerdem hat der Nutzer die Möglichkeit eigene Wegpunkte zum Cache anzulegen oder Hinweise und Notizen einzutragen.
Die Caches auf das Ibex einzuspielen ist dabei denkbar einfach. Dies geschieht entweder via direkter Exportfunktion von geocaching.com (dort wird Falk direkt unterstützt) oder durch das Übertragen einer Pocket-Query auf das Gerät. Die GPX-Datei gelangt entweder über den Falk Navi-Manager oder durch direktes Kopieren in das Verzeichnis
GPXImport auf das Gerät.

Die Auswahl eines Caches ist ebenfalls denkbar einfach. Nach Auswahl des entsprechenden Menüpunktes hat man mehrere Möglichkeiten. So kann man Caches z. B. über eine Suche um den aktuellen Standort, um eine beliebige andere Adresse, Position oder Wegpunkt oder entlang einer Route suchen. Natürlich kann man auch direkt nach Caches anhand des GC-Codes oder des Namens suchen. Auch umfangreiche Filterfunktionen nach Cachetyp, Größe, D- & T-Wert sind vorhanden.
Die Navigation zum Cache erfolgt dann via der oben erwähnten Navigationsfunktion oder alternativ direkt via Luftlinie. Und hier kommen wir auch schon zum einzigen nennenswerten Kritikpunkt – genau wie beim Lux zeigt der Ibex aber auch weiterhin einige Meter vor Erreichen des Ziels „Ziel erreicht” an. Die Navigation auf den letzten Metern ist dann nur noch durch die sinkende oder sich erhöhende Entfernungsangabe möglich. Die immer wieder ersehnte Kompass-Navigation bis zum allerletzten Meter wurde von Falk immer noch nicht integriert.
Beim intensiven Test von GPS-Geräten unterschiedlicher Hersteller, fällt es ganz besonders auf, dass Falk sich bei den Geocaching-Funktionen intensiv Gedanken gemacht hat. So ist das Falk Ibex genau wie das Lux, weiterhin das einzige uns bekannte Outdoor-Navi welches zu einem Cache direkt alle vorhandenen Wegpunkte anzeigt und nutzbar macht. Die Stärken der Software werden vor allem bei Multi-Caches deutlich, so kann man sich direkt nach Erreichen einer Stage zur nächsten navigieren lassen und kann gegebenenfalls auch direkt eine weitere Stage selbst anlegen. Dafür kann man die Koordinaten direkt eingeben oder via Wegpunktprojektion ermitteln. Mitbewerber Garmin hat hier zwar deutlich aufgeholt, insgesamt hat Falk in diesem Punkt aber nach wie vor die Nase vorn.

Starke Software mit tollen Funktionen

Bereits beim Test des Lux 32 in der Ausgabe 2/2013 haben wir die innovativen, neuen Funktionen der neuen Falk-Software vorgestellt. Nach wie vor gefallen uns die neuen Features wie „Mein Rundkurs” (Routenberechnung einer Tour mit identischem Start- und Endpunkt unter Berücksichtigung verschiedener, frei festlegbarer Optionen) oder „iGPX-Navigation” (Verwendung heruntergeladener Tracks inklusive audiovisueller Routenführung).

Generell ist die eigentliche Navigation eine der Stärken des Gerätes. Die Optionen sind äußerst umfangreich und bieten viele kleine, aber sehr nützliche Features. Auch die Möglichkeit bei der Navigation Bus & Bahn zu verwenden, hat sich inzwischen zu einem unserer Lieblings-Features entwickelt.

Falk Ibex 32

Fazit

Die Software konnten wir bereits beim neuen Lux ausführlich unter die Lupe nehmen und bis auf wenige Kritikpunkte waren wir durchaus begeistert. Viele durchdachte Funktionen erleichtern den Einsatz bei Geocaching und Radtouren. Kritik verdient aber nach wie vor die mangelnde Kompassunterstützung im Geocaching-Modus und auch die fehlende Unterstützung von Spoilerbildern sollte endlich einmal integriert werden. Trotz kleinerer Mankos überwiegen aber die positiven Eindrücke. Besonders erwähnenswert ist die wirklich leistungsfähige und aktuelle Hardware. Vor allem der schnelle Prozessor sorgt für eine flüssige Bedienung und hält die Wartezeiten gering.
Für den empfohlenen Verkaufspreis von 379,95 Euro, der nur 10 Euro über dem des Vorgängers liegt, erhält man ein sehr „rundes” Paket aus leistungsfähiger Hardware und – mittlerweile – sehr stabiler und durchdachter Software. Auch beim Lieferumfang gibt es keinen Grund zur Kritik, neben USB-Kabel, Netzladegerät und Kurzanleitung liegt auch ein neu konstruierter, stabiler Fahrradhalter bei.

Den kompletten Test mit allen Infografiken und Bildern findet Ihr im Geocaching Magazin 4/2013!

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