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22.02.2013, Helikopter über dem Weddell-Meer [-63.52583, -56.48214]

Das Team der Walbeobachter fliegt mit einem der beiden Hubschrauber der Polarstern los und ich darf mit der Kamera dabei sein. Die Luft ist eiskalt, trotzdem beuge ich mich, gut gesichert, aus der offenen Helikoptertür, um bessere Sicht auf die Bartenwale zu haben, die unter uns her schwimmen. „Die Wale legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück“, erklärt Dr. Helena Feindt-Herr, die sich der Populationserfassung von Meeressäugern verschrieben hat. „Um sich fortzupflanzen und ihren Nachwuchs zu bekommen, gehen sie in wärmere Gebiete. Aber hier sind sie, um sich den Jahresvorrat an Fett, den ‚Blubber’ anzufressen.“ Und von wegen, Wale fressen nur Krill: langsam schiebt sich unter der Wasseroberfläche ein großer Walschatten immer näher an einen kleinen Pinguinschatten heran, bis irgendwann nur noch der Walschatten zu sehen ist. Ein ewiger Kreislauf – die Größeren fressen die Kleineren, und wenn die Größten abtreten werden sie auf dem Meeresboden von den Allerkleinsten wieder zersetzt.

Bei der Rückkehr zum Schiff merke ich, dass der Schutzanzug zwar warm war, meine Füße aber in der offenen Tür ziemlich erfroren sind. Das bestenfalls leicht lauwarme Wasser, in das ich sie zum Auftauen stecke, fühlt sich an wie ein siedender Kochtopf. Langsam kehrt das Gefühl in die Zehen zurück. Glück gehabt – alles noch dran!

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