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29.01.2013, Weddell-Meer [-63.12764 -54.99687]

Wir halten uns nach Süden, weiter Richtung Weddell-Meer. Rumms. Wir fahren gerade wieder in ein Eisfeld. Die ganze Wasseroberfläche ist bedeckt von gewaltigen Eisschollen und die Polarstern knarzt und ächzt, wenn sie die meterdicken Platten bricht. Die Erschütterungen lassen das gesamte Schiff vibrieren und auch der menschliche Körper vibriert mit. Ein interessantes Gefühl, aber nichts für schwache Mägen. An Bord sieht man jetzt immer mehr Leute mit den weißen Pflastern, die der Schiffsarzt denjenigen hinters Ohr klebt, bei denen die Tabletten nicht mehr helfen.

Den ganzen Tag schon ist es nass und kalt und neblig. Draußen ist nichts zu erkennen außer einer einzigen, weißen Wand. Der Scheinwerfer der Polarstern erhellt die mikroskopisch kleinen Tröpfchen, die da in der Luft hängen. Aber zu durchdringen vermag er sie nicht. Es ist gespenstisch, zum ersten Mal auf der Reise fühle ich mich einsam und völlig verloren und realisiere, dass ich hier am Ende der Welt bin. Ich denke an die frühen Seefahrer, die glaubten, die Erdscheibe müsse irgendwo zu Ende sein und fürchteten, wenn sie diesem Rand zu nahe kämen, müssten sie unweigerlich in einen unbekannten Abgrund stürzen.

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