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Stifte zum Cachen – Outdoor-Stifte

Neben dem richtigen GPS-Gerät oder Smartphone-App gibt es vor allem eine Sache, die wichtig ist, um einen Cache loggen zu können. Ein Stift, am besten einer, der auch noch in jeder Situation schreibt. Nichts ist schlimmer, als an einer lang gesuchten Dose angekommen zu sein und sie endlich in den Händen zu halten und sich dann nicht ins Logbuch eintragen zu können. Das kann nicht nur am Mangel des Schreibgerätes im Behälter oder der eigenen Ausrüstung liegen, sondern auch der Situation am Versteck geschuldet sein, zum Beispiel wenn das Papier nass ist und der Stift deshalb nicht schreibt. Oder die Cachetasche lag im heißen Sommer oder kalten Winter und der Schreiberling will ob extremer Temperaturen keinen Mucks mehr von sich geben.
Wir haben uns für Euch umgeschaut, welche Stifte zumindest laut Hersteller versprechen, dass sie in jeder Lebenslage eine gute Figur machen und wir uns in das Logbuch eintragen können. Und die haben wir dann auf Herz und Tinte getestet. Dabei kam es uns nicht nur auf die schon beschriebenen heiklen Situationen im Cacherleben an, sondern auch auf Schriftbild, Komfort bei der Verwendung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn eines ist klar: Für manchen Kultstift muss man schon einmal tief in die Tasche greifen. Von kostenfrei bis 40 Euro pro Schreibgerät haben wir uns alles angeschaut.
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Die Probanden – von preiswert bis teuer

Der Bleistift: Wir nennen jetzt hier keine Möbelhäuser, in denen wir dieses Schreibgerät quasi als kostenfreie Beigabe bekommen. Auch der eine oder andere Geocachingzubehör- und Coinhändler versendet so einen Stift in praktischer, handlicher Cachergröße ab und zu als Gimmick mit seinen Bestellungen. In seiner Ursprungsgröße liegt er gut in der Hand, bei Benutzung wird er aber durchaus unhandlicher. Und man benötigt einen Spitzer für den dauerhaften Gebrauch. Haptik und Schriftbild sind zum Testbeginn durchaus in Ordnung.

Der Fisher Space Pen: Das genaue Gegenteil zum kostengünstigsten Teilnehmer unseres Tests ist der Space Pen von Fisher. Zwischen 20 und 40 Euro kann man je nach Design für den Stift ausgeben, der seit 1967 bei allen bemannten Raumflügen der Amerikaner und Russen eingesetzt wird und dessen Entwicklung Millionen gekostet hat. Abweichend von normalen Kugelschreiberminen, die sich auf die Schwerkraft beim Transport der Tinte verlassen müssen, wird die Tinte des Space Pens mit etwa 50 Pfund pro Quadratzoll nach vorne gepresst. Trotzdem tropft der Stift dank elastischer Spezialtinte nicht, die sich erst durch die Bewegung der Stiftkugel beim Schreiben verflüssigt. Dank der Schreibpaste und ihrem hermetischen Verschluss im Inneren der Stifthülse soll der Stift auch nach hundert Jahren nicht austrocknen, was wir schlecht überprüfen konnten. Die gasgefüllte Mine soll es dem Anwender erlauben, auch bei -35 Grad, bei kochender Hitze (121 Grad), auf fettigen Oberflächen, unter Wasser und über Kopf zu schreiben. Der Original Space Pen kommt in einer schicken Schatulle und schreibt butterzart auf normalem Papier. Die Outdoor-Optik bietet eher der Space Pen Bullet, der zwar klein daherkommt, den man aber mit seinem eigenen Deckel zum besseren Schreiben verlängern kann.

Das Geocaching-Schreibgerät: Hinter dem Schreibgerät, das in unserem Onlineshop zum fairen Preis von 3 Euro (4er-Set: 10 Euro) zu haben ist, versteckt sich der Uni Power Tank 1.0 von Mitsubishi. Der Stift ist genau dann wirklich gut, wenn andere Stifte an ihre Grenzen stoßen: Kälte, Nässe und schlechte Oberflächen. Das Gefühl beim Schreiben ist gut, das Schriftbild kräftig und ansprechend. Ausgestattet mit einer Gasdruckmine mit spezieller Leichtlaufpaste auf Ölbasis sorgt das Geocaching-Schreibgerät auch bei extremen Bedingungen für einen konstanten Tintenfluss und ein weiches Schreibgefühl. Der Stift ist mit einem Druckmechanismus und einer ergonomischen Soft-Griffzone ausgestattet, ein Vorteil gegenüber Metallstiften. Übrigens passen Stift- und Schreibfarbe im Magazin-Shop immer zusammen.

Der Inka Mobile: Einer seiner Vorgänger ist seit vielen Jahren mein Cachebegleiter. Der neue Inka Mobile All-Wetter-Schreib- und Taststift besteht aus strapazierfähigem Nylon- und Kohlefasermaterial, das hart, leicht und korrosionsbeständig ist. An seinem hinteren Ende befindet sich ein Karabinerhaken, mit dem der Stift am Schlüsselbund, Reißverschluss sowie an fast allen Ösen und Laschen bequem befestigt werden kann. Der Stift soll auch bei extremen Temperaturen, über Kopf, in größer Höhe sowie unter Wasser schreiben. Hinter der Kappe am anderen Ende des Stiftes befindet sich außerdem ein leicht zugänglicher Taststift für Touchscreens. Der Inka Mobile verfügt über eine austauschbare, unter Druck stehende Tintenpatrone und ist im Einzelhandel für 14,95 Euro zu bekommen. Bei unserem ersten Test zum Schriftbild erschien er uns etwas kratzig.

Der Tombow Air Press Pen: Zwar keine extremen Werte, dafür aber einen recht ordentlichen Preis, gibt die Firma Tombow mit ihrem Air Press Pen vor. 7,65 Euro kostet der Stift, Ersatzminen sind schon für unter einen Euro zu haben. Er soll dank Drucklufttechnik auch über Kopf, auf nassem Papier, in staubiger oder frostiger Umgebung bis -5 Grad schreiben. Die gummierte Griffzone gewährt einen angenehm sicheren Halt auch bei Regen, feuchten Fingern oder wenn Handschuhe getragen werden. Mit dem strapazierfähigen, extrem dehnbaren Metall-Clip lässt sich der Air Press Pen sicher an Tasche oder Kleidung fixieren. Cool ist die durchsichtige Variante, die einen Einblick in das Innenleben des Stiftes gewährt.
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Kopfstand mit Stift

Kopf

Der zweite Test, den wir mit unseren Stiften gemacht haben, ist das Schreiben über Kopf, mit dem alle Hersteller werben. Dazu haben wir die Stifte alle mit der Schreibspitze nach oben über Nacht in einem Stiftebecher gelagert, um die Schreibgeräte auch wirklich zu fordern. Anschließend kamen sie über Kopf schreibend zum Einsatz. Eine Herausforderung, die den meisten Kulis schnell den Saft ausgehen lässt. Vorher war klar, dass dies unserem Bleistift mangels sich verlagernder Flüssigkeiten nichts anhaben kann. Aber auch Space Pen und das Geocaching-Schreibgerät liefern uns auch in dieser ungewöhnlichen Haltung noch ein richtig saftiges Schriftbild. Der Air Press Pen, der eh schon eine sehr schlanke Schrift hat, schreibt zwar noch willig, das Schriftbild wirkt aber schon recht unscheinbar. Der Inka Mobile hat beim Schreiben am ehesten das Handling eines normalen Kugelschreibers. Die ersten Buchstaben bei diesem Test sind kaum lesbar, erst mit richtig Druck auf das Papier konnten wir das Testwort zu Ende bringen – alles in allem ein wenig zufriedenstellendes Ergebnis für das kultige Schreibgerät.
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Kühlen Kopf bewahren

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Gerade im Winter ist es schnell passiert, dass sich die Geocacher-Ausrüstung den kühlen Außentemperaturen anpasst. Das kann vorkommen, weil wir unser Material im Auto liegen gelassen haben, der Stift dauerhaft in der Cachedose ist oder wir unterwegs eine Tasche ohne nennenswerte Isolierung nutzen. Dies kann nicht nur Auswirkungen auf die Leistung von Akkus und Batterien haben, sondern eben auch auf die Schreibqualität von Stiften.

Um unseren Probanden mal so richtig auf den Zahn zu fühlen, durften sie eine Nacht in der Tupperdose im Eisfach des Tiefkühlers bei zirka minus 18 Grad verbringen. Und die Ergebnisse haben uns durchaus überrascht: Zwar hat der Air Press Pen von Tombow vier bis fünf Anläufe gebraucht, bis man die Mine herausdrücken konnte – der Knopf ist immer wieder zurückgesprungen –, dafür war dann das Schriftbild recht ordentlich. Und das obwohl die Firma die Funktionstüchtigkeit nur für bis zu minus fünf Grad verspricht. Das beste Ergebnis lieferte in dieser Disziplin für das Geocaching-Schreibgerät: Zwar war ein Tintenrest an der Schreibspitze ein wenig angefroren und hat sich beim Schreiben auf dem Papier abgesetzt, dafür liefert der Stift aber das überzeugendste und satteste Schriftbild von allen Versuchsobjekten. Natürlich neben dem Bleistift, der sich von den Minusgraden auch nicht hat beeindrucken lassen.
Verlierer des Winter-Versuchs sind eindeutig der Inka Mobile und überraschenderweise auch der teure Space Pen in der Bullet-Variante. Beide hatten echte Anlaufschwierigkeiten beim Schreiben und konnten nur mit viel Druck überhaupt davon überzeugt werden, einen Text auf dem Papier zu hinterlassen.
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Schreibfreude an heißen Sommertagen

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Wenn es draußen wirklich warm ist und man das Auto an sonnigen Parkplätzen abstellt, können es schnell bis zu 80 Grad im Auto werden. Da schmelzen auch schon mal Navihüllen und anderes Abgelegte, das zum Beispiel an oder in der Nähe der Frontscheibe ist. Um das nachzuempfinden, haben wir die Stifte bei 80 Grad in den Backofen gesteckt. Dreißig Minuten mussten sie dort ausharren. Einen wirklichen Verlierer oder Gewinner kann man bei der Schreibfreude an heißen Tagen nicht festlegen: Alle Stifte gaben gut Tinte, vielleicht sogar teilweise ein wenig zu viel, und die brauchte dann auch länger als normal, um wischfest zu werden. Vermutlich, weil sie durch die Wärme flüssiger ist, als im Normalzustand.
Das Handling der Stifte war durch die Hitze eher beeinflusst: Während die Metallhülse vom Space Pen und der Inka Mobile kaum ohne Schutz zu halten waren, war das beim Geocaching- Schreibgerät dank Soft-Griffzone kein Problem.
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Nasse Logbücher kein Problem?

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Für den letzten Test haben wir unser Logbuch mehrere Stunden in Wasser in einer verschlossenen Tupperdose eingeweicht. Denn wer kennt es nicht? Man findet einen Cache und die Staunässe hat den Gebrauch von normalen Stiften im nassen Logbuch unmöglich gemacht. Überhaupt kein Problem mit Space Pen, Air Press Pen und dem Geocaching-Schreibgerät. Sie hinterlassen den Eintrag, ohne zu schmieren, wobei der Space Pen schon sehr viel Tinte abgibt. Beim Inka Mobile ist der starke notwendige Druck ein Problem: Dadurch reißt das feuchte Papier schnell ein. Ähnlich geht es einem mit dem kratzigen Bleistift, der sich für diese Art Notizen leider gar nicht eignet.

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Unser Fazit

Stift_4er_bunt

Eindeutiger Sieger in unserem Test ist das Geocaching-Schreibgerät Power Tank 1.0 von Mitsubishi. Es liefert in allen Situationen eine ordentliche Leistung ab und wird durch keine Aufgabe überfordert. Mit ab 3,00 Euro ist der Power Tank der günstigste Stift im Testfeld (günstiger ist nur der Bleistift) mit dem größten Leistungsspektrum.
An Platz zwei folgt der Air Press Pen, der sich gerade bei Kälte Schwächen erlaubt. Auch wirkt sein Schreibgefühl etwas kratzig. Mit 7,65 Euro ist er außerdem dreimal teurer als unser Testsieger. Der Inka Pen hat deutliche Schwächen gezeigt. Das Aufschrauben des Stiftes ist gewöhnungsbedürftig und die Kappe schnell unterwegs verloren. So schick der Space Pen daherkommt, zeigt auch er deutliche Schwächen. Seine Leistung steht in keinem Verhältnis zum Preis. Auch optisch und haptisch sind die Stifte wenig auf die Bedürfnisse von Outdoor-Nutzern zugeschnitten. Einen Bleistift sollte man für den Notfall aber immer dabeihaben.

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