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Was ist Geocaching? Wie funktioniert Geocaching?

Was ist Geocaching? Wie funktioniert Geocaching?

Herzlich willkommen beim Geocachen!

Du bist zufällig über einen Cache gestolpert und fragst Dich nun, was diese komische Dose soll? Deine Freundinnen sind plötzlich nicht mehr auf Facebook unterwegs, sondern im Wald? Dein Kumpel hat Dir diesen Artikel in die Hand gedrückt, weil Du ihn gefragt hast, wie das mit diesem „Catchen“ so geht? Statt Pokémon willst Du nun „The real stuff“? Oder stand was in der Zeitung über diese Schatzsucher? Wie auch immer Du aufs Geocachen gekommen bist, hier wollen wir alle Deine Fragen beantworten – und Dir vor allem auch Lust auf ein wirklich tolles Hobby machen. Du wirst in Bäume steigen, in die Kanalisation abtauchen, steile Hänge bezwingen und dunkle Höhle erforschen. Du wirst mit Satelliten spielen und irgendwann in einem Bach landen. Vor allem aber wirst Du Sehenswürdigkeiten ganz in Deiner Nähe entdecken, die Du nie erwartet hättest. Verwunschene Ort, atemberaubende Aussichten, skurrile Denkmäler. Mit anderen Worten: Du wirst jede Menge Spaß haben. Versprochen! Und herzlich willkommen in einer Community von – nun ja – leicht Verrückten.

Was also ist Geocachen (auch Cachen abgekürzt)? So eine Art Schnitzeljagd, die auf den Koordinaten des Versteckes beruht. So sieht beispielsweise eine Koordinate aus: N 48° 48.373 E 009°
26.415. Mit einer Koordinate lässt sich jeder Punkt dieser Erde auf einen Meter genau beschreiben. GPS-Geräte benutzen diese Daten, um Dich wie eine Auto-Navigation zu einem Geocache zu lotsen. Cache stammt aus dem Englischen und bedeutet Versteck. Ein Geocache ist also ein„Erdversteck“. Dieser Cache ist oft eine Tupperdose, eine Filmdose oder ein Petling.

Ein Petling sieht aus wie die kleinen Glaskolben im Chemieunterricht, ist aber aus Plastik und besitzt ei-nen Schraubverschluss. Ein anderer Cacher hat diesen Behälter versteckt und die Herausforderung ist nun, ihn zu finden. Welt- weit gibt es knapp drei Millionen davon, in Deutschland ungefähr 400.000. In einem Umkreis von einem Kilometer um Dich herum liegen mit ziemlicher Sicherheit ein paar davon. Der erste Schritt: Du gehst auf das Internetportal, auf dem alle Caches beschrieben werden: www.geocaching.com. Hier musst Du zuerst einmal ei- nen Account anlegen. Zum Aus- probieren reicht eine kostenlose Basic-Mitgliedschaft. Gib Deine E-Mail-Adresse ein, such Dir ei- nen schönen Avatarnamen aus und bestätige dann die ankommende Mail. Danach das weiße Feld und „Geocaches in der Nähe suchen“ anklicken und schon er- scheint eine Liste mit den Caches um Dich herum. Jetzt siehst Du auch die Einschränkung zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft: Manche Caches sind für zahlen- de Premium-Mitglieder reserviert. Darüber hinaus sind auch manche Funktionen auf der Internetseite nicht freigeschaltet – aber wie gesagt, für den Anfang brauchst Du die nicht. Solltest Du Dich doch gleich oder später für eine Premium-Mitgliedschaft entscheiden: Die kostet 30 Euro im Jahr und ist jederzeit kündbar.

Geocaching Dosen

Der nächste Cache wartet nur ein paar Meter entfernt auf Dich In der Liste siehst Du jetzt die Caches nach Entfernung geordnet. Der farbige Kreis sagt Dir, um welche Art von Caches es sich handelt – davon gibt es rund ein Dutzend unterschiedliche. Am einfachsten zu finden ist der grüne „Traditional“. Hier sind die Koordinaten direkt in der Cachebeschreibung angegeben. Der orangene Kreis bezeichnet einen Multi-Cache. Im Prinzip das Gleiche, nur zieht sich hier der Weg über mehrere Koordinaten, sprich Stages, hinweg. Das können ein paar Meter sein, aber auch einen 30 Kilometer-Wanderung bedeuten. Die Details stehen alle in der Beschreibung. Das blaue Fragezeichen präsentiert Dir da- gegen ein Rätsel, das Du zuerst knacken musst, um mit dem Ergebnis dann die finalen Koordinaten berechnen zu können. An der Stelle, wo die blauen Caches in der Karte eingezeichnet sind, findest Du garantiert nichts – sie sind nur Platzhalter. Du siehst an dieser Vielfalt: Cachen bietet jedem etwas. Es gibt beispielsweise Cacher, die sich auf das Baumklettern spezialisieren, an- deren besuchen am liebsten verlassene Häuser oder begeistern sich für Mountainbike-Touren. Die grauen Kreise beschreiben die Premium-Caches für zahlen- de Mitglieder und werden farbig, nachdem Du Deinen Obolus entrichtet hast. Die übrigen Cache- arten lassen wir für den Anfang mal weg, im Web gibt es zahlreiche Listen, die Dir zum Beispiel EarthCaches, Webcam-Caches oder Letter Boxen ausführlich vorstellen. Für den Anfang solltest Du einen einfachen Traditional (Tradi) suchen – zum Üben und zum Blut lecken. Klick also auf einen grünen Cache in der Liste und Du siehst die ausführliche Beschreibung, das Listing. Oft erzählt der Verstecker – im Jargon „Owner“ genannt – eine Geschichte rund um den Ort oder den Cache.

Schau Dir das Listing genau an – hier stehen viele Informationen, die Dir die Suche erheblich erleichtern. Ganz oben steht der Name des Cache, darunter der Owner, der ihn versteckt hat. Da- nach kommen zwei kleine, aber wichtige Zeilen mit Sternchen: Schwierigkeit und Gelände. Je mehr Sternchen, desto schwieriger die Suche bzw. desto he- rausfordernder das Gelände. Suche Dir für den Anfang einen Tradi mit MAXIMAL jeweils zwei Sternchen aus – darüber haben auch erfahrene Cacher manchmal ihre Mühe. Und es wäre doch schade, wenn die erste Suche vergebens wäre. Wir wollen Dich nicht wegen Frust verlieren. Die Größe sagt Dir, welche Dimensionen der gesuchte Behälter aufweist. Ist er sehr klein, wie zum Beispiel eine Filmdose, dann ist das linke Kästchen Rot. Ist es eher eine große Kiste, dann ist rechts rot. Das ist aber nur ein grober Anhalt. Der kleinste gebräuchliche Cache ist ein sogenannter Nano und kleiner als ein Fingerhut, zum Aufschrauben und hängt magnetisch an irgendeinem Metallteil. Das Cacheversteck kann aber auch die Größe einer Garage oder eines Hoch- see-Containers annehmen. Das wäre dann wirklich groß. Die Größe gibt Dir einen ersten Hinweis, nach was Du suchen sollst. Die Favoritenanzahl zeigt Dir dagegen das Urteil anderer Cacher an. Caches mit vielen „Favs“ lohnen sich besonders. Das kann eine besonders originelle Dose sein, ein spektakuläres Versteck oder ein Geschenk. Im Umfeld von Cacher-Events werden schon mal Bierkisten versteckt – jeder darf sich eine Flasche nehmen. Das bringt dann ganz sicher Favs. Genau lesen und Hints nutzen Weiter unten siehst Du eine Karte als groben Anhalt, wo sich der Cache versteckt. Links darüber findest Du den Link „Zusätzliche Hinweise“. Diese Tipps gibt es zu vielen Caches, aber nicht zu allen. Sie sind immer verschlüsselt; ein Klick auf „Decrypt“ zeigt Dir den Klartext. Hier steht dann zum Beispiel: „Nimm Platz und genieße die Aussicht“ – dann hängt der Cache oft unter einer Bank. Oder „Typisches Wald- versteck“ – damit ist meist ein Baumstumpf gemeint. Noch weiter unten im Listing gibt es bei einigen Caches weitere Hilfe: in Form eines Spoilers. Ein Spoiler ist ein Foto, das Dir die Suche erleichtert. Darunter folgen die sogenannten Logs: Das sind die Einträge, mit denen Cacher ihren Fund auf diesem Portal dokumentieren. Haben sie ihn nicht gefunden oder ist er verschwunden, dann findest Du hier Warnhinweise. Oft sind die Logs eine gute Hilfe: „Schnell gefunden, hat Spaß gemacht“ ist ein gutes Zeichen. „Erst kurz vor dem Aufgeben zufällig gefunden“ – solche Caches solltest Du Dir nicht als erste antun.

Wenn Du Dir einen Cache ausgesucht hast, könnte es eigentlich losgehen. Aber da fehlt doch noch was? Richtig, Du brauchst ein GPS-Gerät, in das Du den Cache eingeben musst. Das kann ein Profigerät sein und kostet so ab 200 Euronen aufwärts. Tests dazu findest Du hier im Geocaching-Magazin oder im Internet. Den oder die Caches über- trägst Du mit der Funktion „Aufs GPS-Gerät übertragen“ oben im Listing. Keine Angst – Dein Gerät verträgt ein paar Hundert davon. Danach kannst du alle wichtigen Details mobil anschauen.
Es geht aber auch billiger: Nimm einfach Dein Handy. Die meisten Smartphones können mit Koordinaten umgehen. Der einzige Nachteil: Die Standortberechnung ist nicht so genau. Für den Anfang reicht das Handy aber völlig. Jetzt fehlt noch die entsprechende App. Für Android sind zwei Apps besonders gebräuchlich: das kostenlose c:geo und die neun Euro teure offizielle Geocaching.com-App. iPhone-Besitzer haben die Wahl zwischen der offiziellen App und „Looking4Cache“, das es auch in einer werbefinanzierten Light-Version gibt. Du kannst Deinen Account auch über die Apps anlegen, aber am Rechner ist es übersichtlicher– da hast Du alle Details der Anmeldung wie auch des Listings auf einen Blick vor Augen.

Die Handhabung der Apps ist intuitiv. Die Inhalte, die Du im Listing findest, werden hier nur auf kleinem Bildschirm in unterschiedlichen Feldern untergebracht. Du musst Dich in jedem Fall zuerst über die App bei Geocaching.com mit deinem (Basic- oder Premium-) Konto anmelden, danach laden die Caches automatisch und es zeigt sich eine Umgebungskarte mit grünen, orangenen und blauen Punkten. Richtig – das sind die Tradis, die Multis und die Rätselcaches, genannt Mysteries. Wähle einen grünen Punkt aus (also einen Tradi, mit wenigen Schwierigkeits-Sternchen und keinem Warnhinweis in den letzten Logs) und dann ab in die Pampa. Es ist übrigens eine gute Idee, einen Freund oder eine Freundin mitzunehmen. Cachen im Team macht noch mehr Spaß und vier Augen sehen mehr als zwei.

Du kannst unterwegs auf dem Handy wie auch bei GPS-Geräten zwischen Kartenansicht und Kompassansicht wechseln – reine Geschmacksfrage. Meist ist auf den letzten Metern die Kompassansicht mit der Meterangabe hilfreicher. Apropos letzte Meter: Gerade im Wald ist der kürzeste Weg selten der schnellste. Trampel nicht durchs Unterholz, das mag der Förster erfahrungsgemäß gar nicht. Plane Deine Route vorher mit der Karte, die zwei Minuten lohnen sich immer! Fast alle Caches liegen aus Naturschutzgründen nahe an einem Weg. Im Zielgebiet angekommen, geht die Suche los. Das Handy oder Navi bringt Dich bestenfalls auf fünf Meter genau ans Ziel. Die Genauigkeit ist von Deinem Gerät, dem Wetter und der Umgebung abhängig – erwarte keinen Volltreffer. Wenn es schlecht läuft, muss Du einen Radius von 20 Metern absuchen. Und lass Dich nicht beirren, wenn Dich das Handy hin und her und her und hin und dann wieder zurückschickt. Das ist völlig normal – die Wahrheit bzw. die Dos

e liegt meist in der Mitte. Schau Dich in aller Ruhe um. Im Wald sind die üblichen Verstecke in einer Wurzel, an einem Baumstumpf oder unter einem Stein. Auf freiem Feld wirst Du häufig unter Bänken oder an Schildern fündig. In der Stadt solltest Du auf jeden Fall hinter den Stromkasten oder die Plakatwand schauen. Hilfreich ist die Frage: Wo würde ich hier eine Dose verstecken? Und wie war doch gleich der Hint? Wenn Du ihn dann gefunden – Yipiieh! Dein Erster! – hast, öffne den Behälter.

In jedem Cache ist ein Logbuch, in das Du Dich mit dem Datum und Deinem Avatarnamen eintragen musst. Das ist der Beweis, dass Du wirklich vor Ort warst. Ohne Log gilt der Fund nicht als Fund. Deshalb musst Du auch immer einen Stift dabeihaben. In größeren Dosen findet sich normalerweise allerlei Krimskrams. Du darfst Dir etwas herausnehmen, wenn Du etwas Gleichwertiges hineinlegst. Dabei gilt: Nichts Feuchtes, keine Lebensmittel (das gilt auch für Kaugummis und Bonbons, die sich nach zwei Wochen im Freien in Matsch auflösen), nichts Gefährliches (Feuerzeug oder Messer) – schließlich ist der nächste Finder vielleicht ein Kind. Und dann gibt es noch Travelbugs: Das sind Gegenstände, die von Dose zu Dose reisen. Du erkennst sie an dem angehängten Metallschild in Briefmarkengröße. Lass die bei Deinen ersten Funden bitte in der Dose, da sie extra verbucht werden müssen. So, Dose wieder zu und genau- so wieder verstecken, wie Du sie gefunden hast. GENAUSO! Der Owner hat sich was gedacht und sogenannte „Besserverstecker“ machen sich schnell unbeliebt. Herzlichen Glückwunsch – jetzt bist Du kein Muggel mehr, wie wir Cacher die Uneingeweihten nennen.

 

Loggen für die Statistik

Zuhause angekommen, trägst Du Deinen Fund ins Listing ein – entweder über die App oder am Rechner. Dazu klickst Du rechts oben auf „Logeintrag hinzufügen“. Wähle unter „Found it“, Didn´t find it“ (Schade, Pech gehabt! Aber es ist Ehrensache, dass du hier nicht schummelst) oder „Write Note“ – falls Du ohne Fund etwas sagen willst. Die anderen Optionen beachte erst mal nicht. Auch wenn Du der Meinung bist, dass der Cache Wartung verträgt, notiere das nur in den Log. Ein falsches Häkchen hier bereitet dem Owner eventuell Ärger. Mit etwas mehr Erfahrung kannst Du später noch diese Optionen gezielt nutzen. In den Logs darfst Du alles schreiben, was Du willst: Wie Du den Cache gefunden hast (Endlich kein Muggel mehr), wie er Dir gefallen hat, wie das Wetter war oder ob Du danach Deinen Fund gefeiert hast. Die Logs können ganz lustig sein und sind die Belohnung für den Owner und sei- ne Mühe. Deshalb gilt es auch als unfein, hier nur „Gefunden“ oder andere Kurzfloskeln einzutragen. Falls der Cache beschädigt oder feucht oder weg oder sonst was war, trage auch das hier ein. Je- der Owner liest die Logs und hat dann die Chance, die Dose zu reparieren. Jeder Log zählt – zumindest in Deiner Statistik. Die wird automatisch geführt. Du kannst Deine eigenen Daten jederzeit einsehen. Klick oben Übe

rsicht / Statistik. Dann siehst Du ein umfangreiches Zahlenwerk, das sich aus allen Deinen Funden berechnet. Nach jeweils zehn Funden bekommst Du automatisch einen Favoritenpunkt zur freien Verfügung. Zeichne damit in einem Deiner nächsten Logs den Cache aus, der Dir am besten gefallen hat. Warst Du nicht erfolgreich, dann kontaktiere einfach den Besitzer und frage nach Hilfe. Jeder Owner freut sich, wenn seine Caches gefunden werden und wird Dir gerne helfen. Dazu klickst Du im Listing oben auf den Namen des Owners und wirst dann ins Nachrichtenzentrum geleitet. „Hey Dosenknacker, ich war heute bei Deinem Cache Dosenknackerdose und habe ihn leider nicht gefunden. Hast Du mir bitte einen Tipp?“ – solche An- fragen wirst Du im Laufe eines Cacherlebens viele stellen und warum nicht gleich mit der Party beginnen?

Apropos Party: Viele Cacher kennen sich – und sie treffen sich regelmäßig auf Events. Entweder Du googelst einfach mal deine Region und „Geocaching“ und „Event“, oder Du suchst die Kollegen auf der Karte. Events und der Ort des Treffens sind wie ein normaler Tradi gelistet. Du erkennst sie in der Geocaching-App zum Beispiel an dem dunkelroten Punkt, auf der Internetseite werden sie durch eine weiße Sprechblase symbolisiert. Anklicken, anmelden (über einen Logeintrag), hingehen und nette Leute kennen lernen. Naja, etwas verrückt sind sie schon. Aber Du gehörst jetzt schließlich dazu.

Multiples Vergnügen

Nach ein paar einfachen Tradis bist Du reif für größere Taten. Dann kannst Du entweder langsam die Schwierigkeit der gesuchten Tradis erhöhen oder Dich an einen Multi wagen. Ein Multi besitzt wie schon erwähnt mehrere Stationen, sprich Stages. Entweder sind deren Koordinaten vorgegeben – dann zeigt Dir Dein GPS die einzelnen Stages schon auf der Karte an. Manche Multis funktionieren aber anders: Dann musst Du an der ersten Station eine Aufgabe lösen, mit der sich dann die nächste Stage er- rechnen lässt. Beispiel: Zahl auf dem Schild plus Nordkoordinate. Und schon geht’s weiter bis zur letzten Station, dem sogenannten Final, wo sich dann der Cache versteckt. Tipp: Druck Dir das Listing auf jeden Fall aus und nimm es mit. Dazu kannst Du im oberen Teil eine spezielle Druckversion aufrufen. Entschlüssle vor dem Ausdruck noch den Hint, dann hast Du gleich den Klartext dabei. Noch ein Rat: Alle Rechenaufgaben vor Ort mindestens einmal nachrechnen. Selbst alte Hasen irren regelmäßig durchs Unter- holz, weil sie einen Zahlendreher übersehen haben. Eine besondere Spielart der Multis sind die sogenannten Nachtcaches. Die kannst Du, wie der Name schon sagt, nur nachts machen. Und warum das? Ganz einfach: Weil Du hier Reflektoren finden musst, die sich nur zeigen, wenn Du sie mit der Taschenlampe anstrahlst. Oder weil der Owner eine Blinkboje versteckt hat, die nur nachts aktiv ist. Oder weil Du mit UV-Licht eine Zahl ablesen musst. Mehr dazu und was Du alles mitnehmen musst, steht wie immer im Listing. Nachtcaches sind meist sehr aufwändig gemacht und ein ganz besonderes Vergnügen. Bitte behandle jede Station mit aller Vorsicht – Gewalt ist absolut tabu. In den Stages steckt oft viel, viel Mühe und nicht selten auch Geld. Rücksichtnahme ist auch der Grund, warum nette Cacher nicht bei Regen rausgehen. Wenn es schüttet, wird unweigerlich das Logbuch feucht.
Die nächste Schwierigkeitsstufe stellen Mysteries dar. Anders als die Multis müssen Mystery-Rätsel vorher und zuhause gelöst werden. Suche für den Anfang auch hier gezielt einfache Caches heraus – zwei Sternchen reichen völlig. Mysteries mit vier oder fünf Sterne erfordern richtig viel Hirnschmalz, was sich schon mal über Tage (oder Nächte) hinziehen kann. Der Rätselvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt: Manchmal reicht es, die Postleitzahl eines Ortes herauszufinden (ein Stern), bei anderen Mysteries musst Du Geheim- schriften entziffern, Hobbitsprache verstehen, die Entfernung nach Brisbane errechnen oder Tierstimmen erkennen. Kommst Du nicht weiter, schreib den Owner an und bitte um einen Tipp. Nach den Koordinaten frägst Du natürlich nicht – Du willst Dir doch den Spaß nicht verderben.

 

Was tun, wenn?

Wenn Du viel unterwegs bist, wirst Du vielen Menschen begegnen. Und weil Du vielleicht ein Viertelstündchen um eine Hecke schleichst, wird Dich eventuell ein neugieriger Nachbar ansprechen. Es gilt als Ehrencodex, dass wir nicht jedem Muggel erzählen, das hier oder dort ein Cache liegt. Der wäre dann nämlich schnell ein Opfer neugieriger Nachbarskinder oder übereifriger Hausmeister. Also leg Dir schon vorher einen Satz zurecht. In der Stadt kommt der Architekturstudent immer gut, im Wald der Pilzsammler oder Insektenforscher. Falls Dich übrigens ein Förster oder Jagdpächter vertreiben will, dann bleib freundlich und sprich die Zauberformel: „§ 14 Bundeswaldgesetz“. Es gilt nämlich ein allgemeines Betretungsrecht für den gesamten Wald, egal wem er gehört und auch abseits der Wege. Aber natürlich ist es für Dich selbstverständlich, dass Du Schonungen schonst, nichts niedertrampelst, Rücksicht auf das Wild nimmst (auch wenn diese gegenseitige Rücksichtnahme nicht immer von ausgewachsenen Wildsauen erwartet werden kann) und dass Du ausgewiesene Schutzzonen sorgsam meidest. Da liegt nämlich eh kein Cache – da passen die Owner schon auf. Auch die Polizei könnte auf Dich aufmerksam werden, wenn Du zum Beispiel einen Bahnhofscache suchst. Da gilt das Schweigegebot natürlich nicht. Die allermeisten Beamten wissen, was Geocachen ist und dass wir ein überwiegend harmloses Völkchen sind.

Dein erster eigener Cache

Lass Dir Zeit und finde erst einmal ein paar Dutzend Caches. Erst dann hast Du ein Auge für geeignete Verstecke, für das Einschätzen der Schwierigkeitsgrade und für eine treffende Beschreibung. Lege zuerst einen einfachen Tradi an einem Deiner Lieblingsorte. Als Behälter nimmst Du eine Filmdose oder einen Petling. Wenn es größer werden soll, verwende eine sogenannte Lock & Lock-Dose mit seitlichen Befestigungslaschen. Alle anderen Tupperdosen taugen in der Regel nichts. Spätestens, wenn ein Finder so eine Dose nicht hundertprozentig verschließt, verwandelt sich Dein Logbuch in Logpampe. Material findest Du in Mamas Küche, im Keller oder in einem der vielen Geocaching-Shops. Plastiktüten haben um oder in Deinem Cache nichts verloren und helfen langfristig auch nicht, das Logbuch trocken zuhalten. Im Gegenteil: in einer undichten Dose halten Sie das Logbuch nur schön nass. Im nächsten Schritt musst Du die Koordinaten Deines Tradis ermitteln. Generell gilt: Google Earth ist nicht genau genug, Du musst die Koordinaten schon exakt einmessen – am besten mit einem GPS-Empfänger. Denk daran: Von der Genauigkeit hängt der Spaß Deiner „Kunden“ ab. Abschließend folgt dann die offizielle Anmeldung Deines ersten Caches. Dazu gibt es bei Geocaching. com ein ausführliches Formular mit vielen Hilfestellungen. Oben auf der Startseite: Spielen/ Einen Cache verstecken anklicken. Nach erfolgter Anmeldung heißt es warten: Jeder einzelne Cache wird von den sogenannten Reviewern überprüft. Das kann einige Tage dauern. Der Reviewer schaut, ob Dein Cache allen Regeln entspricht. Dazu zählt vor allem ein Mindestabstand von 161 Metern zum Nachbarcache. Eisenbahngleise, Straßen und andere gefährliche Orte sind ebenfalls tabu. Bei privaten oder öffentlichen Grundstücken brauchst Du die Erlaubnis des Besitzers. Caches dürfen nicht vergraben werden und Flora und Fauna nicht beschädigt werden. Lebende Bäume anzubohren oder ein Maisfeld scheiden da- mit beispielsweise aus. Stimmt etwas nicht, dann meldet sich der Reviewer in dem Listing per Reviewer-Note. Das Wort des Reviewers ist Gesetz und da hilft Meckern überhaupt nicht. Wenn er einen Regelverstoß sieht, dann musst Du Deinen Cache anpassen. Dieses System hat einen guten Grund: Durch die ehren- amtliche Tätigkeit der Reviewer wird die Qualität unseres Spiels hochgehalten.
Sei fair beim Verstecken, Geocachen soll Spaß machen. Und sei Dir bewusst, dass Du mit Deinem Cache eventuell Hunderte von Suchern in das betreffende Gebiet schickst. Das hat Auswirkungen auf die Natur – aber auch auf den Sonntagnachmittag von vielen Menschen. Und spätestens dann bist Du natürlich auch Gesprächsstoff in der Community. Ein verpatzter erster Cache macht Dich nicht gerade zum Cacher des Monats. Aber wenn Du Dir ein wenig Mühe gibst, dann ist es gar nicht so schwer. Wundere Dich nicht, wenn Dein Cache schon wenige Minuten nach der Veröffentlichung – dem Publish – gefunden wird. Unter Cachern ist ein Erstfund besonders beliebt. Das nennt sich FTF – First to Find – und ist mit Ruhm und Ehre verbunden. Deshalb lassen manche Cacher alles stehen und liegen und setzen sich sofort ins Auto. Leicht verrückt eben – sagte ich das schon?

Die übernächsten Schritte

Cachen kann eine Vollzeitbeschäftigung sein – zumindest Deine ganze Freizeit ausfüllen. Es gibt Profi-Cacher mit weit über 100.000 Funden, der land- läufige Wald-, Wiesen- und Feldcacher kommt im Durchschnitt auf ein paar Hundert oder wenige Tausend. Aber darauf kommt es gar nicht an – was zählt, ist nur Dein Spaß da draußen. Nach dem Premium-Account wirst Du Dir vielleicht ein „richtiges“ GPS-Gerät zulegen. Ab und an ein Event macht Laune. Es gibt in jeder Region auch Blogger, die mehr oder weniger aufwändige Seiten betreiben. Hier gibt es oft Tipps, Tratsch und Ratsch („Schon den neuen Cache gesehen?“) und generelle Hilfestellung für Mysteries. Google einfach mal. Wenn Du viele Caches finden möchtest, überträgst Du die Caches später nicht einzeln, sondern gesammelt in Form von GPX-Dateien auf Dein Gerät – das können dann auf einen Schlag ein paar Hundert sein. Die entsprechende Anleitung findest Du auf Geocaching.com. Noch professioneller verwaltest Du die Listings mit dem Datenbank-Programm GSAK. Aber das ist heute für Dich noch Zukunftsmusik. Jetzt erst mal viel Spaß da draußen und abschließend der inoffizielle Cachergruß: Bis bald im Wald!

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